Laetitia Sadier im Schocken
(Mit etwas Verspätung - das Konzert fand schon am Montag statt)
Das Schocken ist kein gutes Pflaster für Laetitia Sadier. Als sie das letzte Mal hier spielte, verloren sich vielleicht zwei Dutzend Zuhörer im Raum. Dieses Mal waren es knapp 30, also auch nicht viel besser. Woran das wohl liegt? Letztes Jahr, im Merlin, waren es immerhin noch ein paar mehr.
Vor Ort angekommen konnte ich erst einmal durch die noch offenen Vorhänge den Rest des Soundchecks mit ansehen. Drinnen gab's dann kurze Zeit später schon fast eine persönliche Begrüßung:
Were you here last time?
Welches "letzte Mal" sie damit auch immer meinte - ja, ich war da. Wie immer, wenn sie in den letzten Jahren mal in der Gegend war.
Angekündigt war der Abend eigentlich als Doppelkonzert: Nicholas Krgovich und Laetitia Sadier, jeweils mit Band. Die Band, so stellte sich heraus, ist eigentlich eine eigenständige Band namens Batsch (in dieser Schreibweise, obwohl aus England). Demzufolge mussten diese nun eine Doppelschicht schieben und zuerst Nicholas, dann Laetitia unterstützen (was sie übrigens gut gemacht haben).
Die mir bis dahin unbekannte Musik von Nicholas Krgovich ist jetzt nicht so mein Ding. Erst die letzten beiden eigenen Stücke, die er spielte, gefielen mir einigermaßen. Und da sie zufällig vom gleichen Album sind, habe ich mir dann auch noch die CD mitgenommen. Schließlich hatte uns Laetitia auch noch aufgerufen, die tourenden Musiker zu unterstützen - nur habe ich alle ihre CDs schon.
Zu Laetitias teils recht sprödem Solo-Oeuvre habe ich ja immer noch ein gespaltenes Verhältnis. Aber sie spielte auch viele der eher rhythmus-betonten Stücke, was mir dann mehr zusagte. In so einem kleinen Venue und bei relativ guter Akustik kamen dann auch die Texte (soweit in Englisch - den französischen konnte ich nicht folgen) gut rüber, die ihr ja offenbar auch viel bedeuten. "Do the rich need the poor?" endete ein Stück, gefolgt von der Frage ans Publikum
What do you think?
. Selbiges entzog sich aber einer Antwort durch Applaudieren.
Hinterher war dann noch Gelegenheit zu einem Plausch mit den Fans. Zufrieden war sie, verständlicherweise, mit dem geringen Publikumszuspruch nicht. Ein Fan schlug vor, sie solle doch mal nach Tübingen kommen. Aber ob dort, Studenten hin oder her, wirklich mehr Publikum zu erwarten ist?
Ich hoffe, sie lässt sich nicht entmutigen und kommt bald wieder in die Region, vielleicht auch mit neuer Musik im Gepäck. Ich werde wieder da sein.