Musik

22-Pistepirkko im Laboratorium

Kaum habe ich sie in einem Nebensatz erwähnt kommen sie auch schon wieder ins Ländle. Bereits zum dritten Mal finde ich mich an diesem Freitag zu einem Auftritt der finnischen Band 22-Pistepirkko ein. Und wenn's nach mir geht soll das auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

22-Pistepirkko Das Laboratorium war dieses Mal nicht wirklich voll gewesen - es gab durchaus noch vereinzelte Sitzplätze, was mich doch etwas überrascht hat. Wenigstens musste ich so nicht wieder mit dem "Loserplatz" neben dem Eingang zur Garderobe vorlieb nehmen (nicht nur, dass man dort aufstehen muss, wenn die Band vorbei kommt - es steht auch einer der beiden Pfosten vor der Bühne im Blick).

Interessant fand ich auch, wie meine Mit-Zuschauer so das Konzert verbrachten. Direkt vor der Bühne saß eine Frau, die den kompletten Auftritt mit zwei(!) Digitalkameras gefilmt hat. Den ganzen Abend in der gleichen Haltung, immer still sitzend? Das braucht nicht nur Fähigkeiten in den Oberarmen. Wenn's Spaß macht ... Der Typ neben mir hat während des ersten Songs ein paar Fotos mit seinem Handy gemacht und war dann wohl die nächsten Stücke über damit beschäftigt, seinen Freunden auf Facebook mitzuteilen, wo er gerade ist. Ansonsten schien er reichlich unbeeindruckt (oder wollte besonders cool erscheinen) und hat erst am Ende noch kurz ein paar Fotos geschossen. Nun ja, jeder wie er will.

Kleine Bitte an die Fotografen übrigens: Macht doch bitte den Blitz aus. Danke.

Zur Musik: Mir fällt es schwer, den Stil von 22-Pistepirkko einzuordnen. Ich bin damals durch den eher minimalistischen Song Birdy (vom Album Big Lupu, 1992) auf sie aufmerksam geworden (den es auch in einer reichlich anderen Version zu hören gab), aber sie spielen kreuz und quer durch viele Genres - Rock, Blues, Pop. Auch Coverversionen standen auf dem Programm.

A propos: Was mir noch vom letzten Auftritt in Erinnerung geblieben war ist, dass die Band keine Setlist verwendet. Zwischen den Songs gab es immer kurze Diskussionen oder der Gitarrist und Sänger spielte einfach ein Intro und die anderen nickten zustimmend und fielen mit ein. Die spontane Entscheidung für einen Song war Programm. Am Anfang standen ein paar eher ruhige Songs, danach wurde es rockiger und lauter. Auch wenn der Keyboarder und Bassist gerne ein wenig den Clown gibt, ist der Stil der Band doch eher schnörkellos - Handwerk eben.

Nach dem ersten Abgang ließ sich die Band nicht lange um Zugaben bitten. Nach weiteren drei oder vier Songs war dann aber, nach insgesamt gut anderthalb Stunden, endgültig Schluss - da half alles Klatschen und auch eine Nachfrage des Laboratorium-Personals nichts. Gut war's trotzdem. Wenn ich es einrichten kann bin ich auch beim nächsten Auftritt in der Gegend wieder dabei.

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Empfangen am Mittwoch, 01. Januar 2014, 10:45 Uhr

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