Musik

Steve Hackett im Theaterhaus

Steve Hackett, für diejenigen, denen der Name nichts sagt, war früher bei Genesis. Ganz früher, als ein gewisser Peter Gabriel dort noch gesungen hat. Angekündigt war eine Genesis Revisited World Tour und die Genesis-Stücke an diesem Abend stammten aus eben dieser Peter-Gabriel-Phase der Band.

Steve Hackett & Band Nicht zu beneiden um seinen Job war Nad Sylvan, der Sänger. Nicht nur, dass er in die Fußstapfen von Peter Gabriel treten musste - er musste dies auch noch vor einem Publikum tun, das alle diese Songs in- und auswendig kennt.

Mit dem ersten Stück, Watcher of the Skies, konnte er mich noch nicht überzeugen. Danach aber hat er, wie ich finde, durchaus einen guten Job gemacht. Selbst die für mich "wichtigste" Stelle des Abends (You stand there with your fixed expression / Casting doubt on all I have to say ..., aus Musical Box) hat er recht passabel hinbekommen (Gänsehaut meinerseits inklusive, wie zur Bestätigung).

Hier und da wich Nad auch mal ein wenig vom Original ab, was nun nicht unbedingt schlecht sein muss, ihm aber nicht immer zum Vorteil gereichte. Irritierend fand ich da schon eher seine Gestik. So versuchte er immer wieder, theatralische Gesten einzufügen (was an diesem Abend durchaus gepasst hat), aber sie fielen oft zu abgehackt und einstudiert aus.

Steve Hackett in Blue Und der Namensgeber? Steve Hackett ist ein Gitarrist alter Schule: Ein Fuss auf der Monitorbox, die Gitarre auf dem Oberschenkel und dann bewegen sich nur noch die Hände. Große Gesten sind nicht sein Ding. Überhaupt hat er sich nicht sehr viel bewegt - sein Aktionsradius ging den ganzen Abend über kaum über den einen Quadratmeter in der Bühnenmitte hinaus. Wobei ich mir bei der einen oder anderen ungelenken Bewegung auch die Frage gestellt habe, ob er nicht evtl. gesundheitliche Probleme hat. Musikalisch jedenfalls gab es für meine Laien-Ohren an seinem Spiel nichts auszusetzen. Schade nur, dass es in den lauteren Passagen aber auch schnell mal unterging.

Wie gesagt waren die frühen Genesis das Hauptthema des Abends. Zwischendurch gab es auch mal ein paar mir unbekannte Stücke, von denen ich einfach mal annehme, dass es seine eigenen waren (es gibt keine mir unbekannten Stücke von Genesis aus der Peter-Gabriel-Ära ;-) Die waren ein wenig "hit and miss", aber auch nicht unbedingt fehl am Platz.

666 is no longer alone Überraschend bei der Songauswahl fand ich ja noch Supper's Ready - das im Original eine ganze LP-Seite beansprucht und in voller Länge gespielt wurde. Bei anderen Bands wäre damit schon der halbe Abend gelaufen gewesen, aber Steve und Band bewiesen mit am Ende gut zweieinhalb Stunden auch einiges Stehvermögen. Die Standing Ovations waren jedenfalls wohlverdient.

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Empfangen am Mittwoch, 01. Januar 2014, 10:45 Uhr

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