Musik

Amanda Palmer in der Union Chapel in London - per Webcast

Manchmal kann ich ja schon etwas verplant sein. Irgendwann während dieses Webcasts habe ich mich darüber gewundert, dass sie so viel Musik macht. Dann fiel mir wieder ein, dass dies ja ein Konzert ist - im Gegensatz zu dem New Statesman-Event, bei dem ich kürzlich noch vor Ort war.

Zum Hintergrund: Amanda Palmer ist gerade auf Tournee auf den britischen Inseln. Seit ein paar Monaten kann man Amanda auf Patreon unterstützen - in einer Art Dauer-Crowdfunding-Aktion, ähnlich dem, was Kristin Hersh schon seit gefühlten Ewigkeiten erfolgreich tut. Bei Patreon zahlt man eine Summe eigener Wahl für jedes neue "Ding", das Amanda veröffentlicht. So gab es dort schon neue Songs oder etwa zum Record Store Day, damals noch als Experiment, einen Webcast eines Auftritts von Amanda zusammen mit Brian Viglione, aka The Dresden Dolls. Vieles (aber nicht alles), was so entsteht, ist mittlerweile für alle verfügbar, denn das ist das andere Prinzip von Patreon: Es geht nicht so sehr darum, exklusive "Dinge" zu kreieren, sondern die Erzeugnisse sollen letzten Endes allen zur Verfügung stehen. Die Unterstützer ("Patrons", also so etwas wie Mäzene) sorgen mit ihrem Geld dafür, dass der oder die Schaffende für den Aufwand entschädigt wird - idealerweise in einem Umfang, dass man davon auch leben kann. Dieser Punkt ist bei Amanda Palmer mit über 4500 Patrons längst erreicht. Und mit der so zur Verfügung stehenden Summe kann man dann auch mal ein ganzes Konzert live streamen, aber natürlich nur für die Unterstützer.

Als ich zuschaltete, standen Perhaps Contraption auf der Bühne, die ich ja schon als Vor-, Nach- und Begleitband von Amandas Konzert in Köln kannte. Dann spulte Andrew O'Neill, den ich erst seit dem New Statesman-Event kenne, ein kurzes Programm ab, bevor dann also Amanda Palmer erschien. Sie stellte sich dann gleich mal in die Kanzel (das gibt bestimmt wieder gehässige Kommentare irgendwo, bei denen bestimmt auch das Wort "Cult-Followers" verwendet wird) - und begann mit einem A-Capella-Stück, "The Wind That Shakes The Barley". Nun ist Amanda stimmlich sicher nicht in der gleichen Liga wie Lisa Gerrard, aber das war sehr schön.

Es folgten Songs auf der Ukulele und am Klavier, eine zufällig ausgewählte Passage aus ihrem Buch, The Art of Asking, wurde vorgelesen und Caitlin Moran verlas ihre Version eines Briefs der toten Mutter an ihre Tochter. Le Gateau Chocolat lieferte eine unerwartet andere Version von Whitney Houstons "I wanna dance with somebody" ab, "Pregnant women are smug" wurde gespielt und natürlich gab es auch den "Bed Song" zu hören.

An dieser Stelle muss ich ein Geständnis machen: Ich kann mit dem "Bed Song" recht wenig anfangen. Was mir dagegen jedes Mal an die Nieren geht, ist "Delilah" und den spielte sie auch.

Ganz zum Schluss gab's dann noch "Leeds United" am Klavier. Das funktionierte recht gut, aber mir fiel ein Zitat aus einem Blogposting wieder ein: "This song needs a brass band". Aber die hatte sie ja auch dabei - und kam dann auch prompt auf die Bühne. Und so setzte der Song, mit kräftiger Unterstützung von Perhaps Contraption, einen tollen Schlusspunkt.

Tolles Konzert und tolle Stimmung, die sich auch über den Webcast ins eigene Heim verbreitete.

(Fotos: Screenshots aus dem Webcast)

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