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Beim Webmontag Stuttgart im Juli

Da ich noch beim Live-Schalten der neuen Website für TEDxStuttgart helfen musste, schlug ich erst ein wenig später als sonst beim Stuttgarter Webmontag auf. Die Vorträge beginnen zwar um 19 Uhr, aber ab 18 Uhr ist schon geselliges Beisammensein, neudeutsch Networking, angesagt und den größten Teil davon habe ich dieses Mal verpasst.

Pünktlich um 19 Uhr ging es dann, nach den üblichen Begrüßungsworten und Einführung für Neulinge (die wieder reichlich vertreten waren) los mit den Vorträgen.

Heiner Wittmann gab ein Update seines Berichts vom Januar über die digitalen Gesetzgebungsaktivitäten unserer französischen Nachbarn zum Besten. Ich kann weiterhin nur staunen, mit welch einer Selbstverständlichkeit und Breite dort ein Dialog zwischen Legislative und Bevölkerung abläuft. Natürlich weiß man noch nicht, welche der eingebrachten Vorschläge dann tatsächlich in Gesetze gegossen werden, aber dass überhaupt so eine offene Diskussion stattfinden kann, finde ich bemerkenswert.

Und bei uns im #Neuland? Zur kleinen Ehrenrettung: Es gibt eine eigene Website zur Digitalen Agenda (die mit der französischen Initiative grob vergleichbar ist). Dumm nur, dass die kaum bekannt ist. Und auf den ersten Blick sieht sie auch nur nach einem "Propaganda-Portal" aus. Tatsächlich aber kann man dort sehr wohl auch Kommentare zu den einzelnen Themengebieten hinterlassen - und bekommt sogar Antworten. Auch hier stellt sich natürlich die Frage, inwiefern diese Kommentare letzten Endes in die Gesetze einfließen. Aber immerhin gibt es überhaupt etwas, das nicht komplett bürokratisch verbaut oder nur Lobbyisten vorbehalten ist. Wer sich in diesen Themenfeldern einbringen will: Hier besteht tatsächlich die Möglichkeit. Bitte nutzt sie auch - vielleicht wird diese Art des Dialogs dann auch bei uns einmal so normal wie bei unseren Nachbarn.

Zurück zum Webmontag: Im zweiten Vortrag schilderte Philipp Oehrlein am Beispiel seiner App, wie er sich zwangsläufig plötzlich mit den Social-Media-Kanälen in China beschäftigen musste. Seine App kann Fotos u.a. auf Twitter teilen - welches in China aber gesperrt ist. Also musste er Support für die chinesische Twitter-Alternative einbauen und stand dann erst einmal vor dem Problem, sich auf chinesischen Websites als Entwickler anmelden zu müssen, komplett mit z.T. unüberwindbaren bürokratischen Hindernissen.

Zum Abschluss übernahm Thomas Christinck das schon traditionelle Security-Update und rief uns noch einmal die Tücken der unvermeidlichen Passwörter ins Gedächtnis. Gelernt: Die Länge ist wichtiger, als möglichst viele Sonderzeichen unterzubringen. Passwort-Manager machen die Verwaltung einfacher, haben aber ihrerseits so ihre Tücken. Und Zwei-Faktor-Authentifizierung ist auch nicht immer so sicher wie man meint, wenn der Dienst wenig sichere Recovery-Funktionen anbietet.

Ein vierter Vortrag musste leider ausfallen und wird dann vielleicht beim nächsten Mal nachgeholt: Der nächste Webmontag findet am 21. September wieder an gleicher Stelle statt.

(Fotos von meinem Narrative Clip)

Creative Commons Licence "Beim Webmontag Stuttgart im Juli" by Dirk Haun is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Licence.

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