Musik

The Bulgarian Voices im Theaterhaus

Irgendwo müsste hier noch die CD "Das Geheimnis der Bulgarischen Stimmen" herumfliegen. Eine Doppel-CD, wenn ich mich recht entsinne. Wahrscheinlich sogar zwei davon (Volume 1 und 2). Gehört habe ich die aber schon sehr lange nicht mehr.

Es war also ein Anflug von Nostalgie und ein bisschen "irgendwie passt das doch zur Weihnachtszeit, oder?", das mich an diesem Sonntag Abend ins Theaterhaus brachte, um mir den Chor "The Bulgarian Voices" anzuhören.

Bulgarian Voices - Angelite Auf der Bühne stehen fünf Mikrophone im Halbkreis, ansonsten ist sie - abgesehen von einem Podest an der Seite - leer. Als die Sängerinnen auf die Bühne kommen, entfährt es einer Dame neben mir Sind das aber viele! 19 Stück, um genau zu sein. Sie stellen sich im weiten Halbkreis um die Mikrophone auf. Die 20. Person auf der Bühne ist der einzige Mann - der Dirigent und wohl auch Komponist einiger der Stücke, die es heute zu hören gibt.

Der Ablauf ist von nun an immer der gleiche: Der Herr Dirigent läuft zum Podest, wo eine Plastik-Blasharmonika liegt. Er spielt ein paar Töne darauf, legt sie ab, schreitet zur Bühnenmitte und der Chor legt los. Nach dem Stück verbeugen sich alle und dann greift er wieder zur Harmonika, usw.

Der erste Teil des Abends besteht wohl hauptsächlich aus Weihnachtsliedern. Außer beim dritten Stück wird das aber kaum deutlich. Jenes Stück kommt mit einer bekannten Melodie, aber Bulgarischem (nehme ich an) Text daher - es ist "Ihr Kinderlein kommet".

Der Chor steht zunächst relativ bewegungslos im Halbkreis. Erst gegen Ende des ersten Teils tritt auch mal eine Solo-Sängerin hervor und näher zum Mikro. Vom Aufbau her stehen offenbar rechts die Damen, die für die tiefen Töne zuständig sind, während der typische Gesang, für den der Chor so bekannt ist, eher von Links kommt. Außer wenn es vom Stück gezielt so eingesetzt wird, fällt diese Verteilung aber kaum auf - das Zusammenspiel aller macht erst wirklich den bekannten Sound aus. Instrumente kommen nicht zum Einsatz.

Trotz des eher statischen Aufbaus und des etwas steifen Ablaufs vergeht die Zeit wie im Flug. Wie, es ist schon Pause?

Nach der Pause geht es mit wohl eher modernen Stücken weiter. Und auch der Halbkreis wird nun öfter aufgebrochen. Mal stehen vier Sängerinnen im Mittelpunkt, mal nur eine einzelne. Beim letzten Stück verteilen sich die Damen sogar scheinbar zufällig auf der Bühne.

Abgang unter viel Applaus und mit vielen Verbeugungen. Und die Frage: Gibt es bei so einem Konzert eigentlich Zugaben?

Gibt es. Wieder mit einer Solo-Sängerin ertönt eine weitere bekannte Weihnachtsmelodie - "Stille Nacht", auch wieder auf Bulgarisch. Nochmaliger Abgang und noch eine Zugabe - ein Stück, bei dem sich der Chor am Ende auflöst und der Dirigent in gespielter Verzweiflung die Hände über dem Kopf zusammen schlägt. Gelächter, mehr Applaus und mehr Verbeugungen und dann ist endgültig Schluss - zu erkennen daran, dass der Dirigent seine Harmonika mitnimmt.

Ein schöner, wenn auch ungewöhnlich früher Abend (Beginn um 19 Uhr, Ende um 21 Uhr - da haben andere Konzerte noch nicht einmal angefangen).

Ich bin immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten der menschlichen Stimme. Die "bulgarischen Stimmen" wurden damals so gehypt und ständig überall gespielt, dass es irgendwann nicht mehr schön und schon ein wenig peinlich war. Weswegen auch die CDs von damals bei mir irgendwo in der Versenkung verschwunden sind. Entschuldigt mich bitte, ich muss mich jetzt mal auf die Suche danach machen ...

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Andere haben folgendes über 'The Bulgarian Voices im Theaterhaus' geschrieben:

12 Monate, 20 Konzerte - Dirks Hirnableiter
[...] Amanda Palmer im Gloria in Köln Low in der Manufaktur in Schorndorf Sea+Air im Schlagzeugmuseum in Ludwigsburg Bulgarian Voices im Theaterhaus Im Theaterhaus war ich 2013 also öfters, und auch hinaus nach Schorndorf hat es mich ein paar Mal [...] [mehr]
Empfangen am Mittwoch, 01. Januar 2014, 10:45 Uhr

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