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Beim Webmontag Stuttgart im Februar

Nachdem die alte Location, das Turmforum, ja nicht so beliebt war startete der Webmontag an neuer Örtlichkeit ins neue Jahr. Eigentlich ist es ja eine alte Örtlichkeit, denn im Literaturhaus, in den Räumen der MFG, war der Webmontag früher schon einmal gewesen, ganz zu seinen Anfängen. Und passenderweise ließ sich auch Heiner Wittmann, der den Webmontag damals organisierte, wieder einmal sehen.

Inhaltlich war dies auch einer der besseren Webmontage der letzten Zeit. Gleich drei 15-Minuten-Vorträge waren angekündigt. Wobei, das Einhalten dieses Zeitlimits müssen einige der Beteiligten noch üben. Spätestens wenn der Redner in der 20. Minute(!) ankündigt, auf einen Aspekt "später" noch einmal eingehen zu wollen, ist beherztes Eingreifen angesagt.

Inhaltlich ging es um Abhängigkeitsverhältnisse in Cloud-Computing, um ownCloud, sowie um einen Internet-Ausschuss in Frankreich. Letzteres, ein Vortrag von Heiner Wittmann, erwies sich als unerwartet spannend. Unsere französischen Nachbarn - und vor allem auch deren Politiker - sind uns Deutschen hier offenbar voraus. Besagter Ausschuss macht sich Sorgen um die Vormachtsstellung der USA in Internet-Belangen (ICANN etc. sind ja alle fest in amerikanischer Hand) und soll nun analysieren, ob und was man daran ändern kann, um eine Fragmentierung des Internets zu verhindern. Während man in Deutschland also eher an ein eigenes - deutsches oder europäisches - (Sub-)Internet denkt, hat man in Frankreich bereits erkannt, dass das Unsinn wäre und sucht nach anderen Lösungen.

Nach der Pause standen dann noch zwei 5-Minuten-Vorträge an. In dem einen ging es um eine witzige virale Gehirntest-Kampagne und welche interessanten Herausforderungen das so mit sich bringt. Der andere war Michael Schommers schon traditionelles "5 Minuten Security Update", wobei - wie immer - die "5 Minuten" doch "ein wenig" überzogen wurden. Dafür hatte Michael aber auch die typischen Gegenargumente zu den Auswirkungen des NSA-Skandals ("Interessiert mich nicht", "Betrifft mich nicht", "Ich habe nichts zu verbergen", usw.) zusammengetragen und schön seziert und widerlegt. Unbedingt durchlesen, sobald die Folien verfügbar sind, denn diese Argumentationshilfen brauchen wir alle, um unseren Mitmenschen zu helfen, das Thema - und die Auswirkungen auf einen selbst - zu verstehen.

Also: Gelungener Neustart ins Jahr in neuen alten Räumlichkeiten. Wenn jetzt die Referenten noch daran denken, dass die Normalbevölkerung auch noch nach Hause kommen muss und daher nicht immer unbedingt bis 22 Uhr bleiben will, wird 2014 wieder ein interessantes Jahr beim Webmontag Stuttgart. Und ich ärgere mich schon, dass ich zum nächsten Termin (7. April) nicht im Ländle bin.

(Photos taken by my Narrative Clip)

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Andere haben folgendes über 'Beim Webmontag Stuttgart im Februar' geschrieben:

Nachgefragt, Catherine Morin-Desailly und die Mission commune d’information des Senats um Internet - Das Frankreich-Bl
[...] eine Arbeitsgruppe im Senat in Paris (Heiner Wittmann > deutsch-franzöische Verison auf Anfrage) > Beim Webmontag Stuttgart im Februar – Website von Dirk Haun var hupso_services_c=new [...] [mehr]
Empfangen am Montag, 17. Februar 2014, 14:58 Uhr

Beim Webmontag Stuttgart im Januar - Dirks Hirnableiter
[...] wenn überhaupt, in Deutschland noch am ehesten mit der Digitalen Agenda zu vergleichen. Wie schon bei seinem Vortrag vor einem Jahr zeigte Heiner Wittmann, dass unsere französischen Nachbarn in Sachen Internet sehr ganzheitlich und [...] [mehr]
Empfangen am Dienstag, 20. Januar 2015, 09:16 Uhr

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