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Ein Kurzbesuch bei der Spielemesse in Stuttgart

Großveranstaltungen wie Messen kommen ja immer vollkommen unerwartet. Daher kann man von der Bahn natürlich auch nicht erwarten, dass sie so ohne Vorwarnung mehr S-Bahn-Kapazität zur Verfügung stellen würde. Wer kann auch ahnen, dass vier gleichzeitig stattfindende Messen, die unterschiedliche Besuchergruppen ansprechen, für so einen Ansturm sorgen würden. Zumal die ja erst seit ein paar Jahren hier stattfinden.

Sarkasmus Ende. Schön war's nicht in der S-Bahn. Da hätte selbst die sprichwörtliche Ölsardine noch Platzangst bekommen. An jedem Halt wollten noch mehr Leute einsteigen. Schulklassen, Menschen mit Kinderwagen oder solche, die in Rohr zum Flughafen umsteigen wollten, hatten da schlicht keine Chance mehr. Und natürlich an jeder Haltestelle die Durchsage "Bitte verlassen Sie den Bereich der offenen Türen ...", weil das Konzept der Lichtschranke ja offenbar auch den wenigsten Menschen vertraut ist.

Was da am Wochenende los ist, will ich mir erst gar nicht vorstellen.

Natürlich war klar, dass die Spielemesse in Stuttgart der Spiel in Essen nicht das Wasser reichen kann. Aber das, was da in Halle 1 so rumstand, war doch etwas enttäuschend. Zum einen bestand gefühlt der größere Teil der Halle aus Bastelständen. Und nicht mal sonderlich interessanten - Stoffe, Wolle, fast überall Glitzer. Die restlichen, lassen wir es 40% sein, Stände waren die, für die ich gekommen war.

Es gab reichlich Gelegenheit, Spiele auch auszuprobieren. Wer das wollte war hier also durchaus richtig. Ich war aber, wie schon in Essen, eher auf der Suche nach Spielen, die direkt fürs Brainstorming oder zur Inspiration gedacht waren - oder sich dafür missbrauchen ließen.

Nach gut einer Stunde war ich einmal durch die Halle durch (ja, auch durch die Bastelstände). Wo ich schon mal da war, habe ich auch noch eine Runde über die Hobby & Elektronik in Halle 5 gedreht, aber das war eine noch viel größere Enttäuschung. Gegenüber früher ist dort ja komplett tote Hose. Ein bisschen Computerspiele mit großen aber weitgehend leeren Ständen im hinteren Teil, die unverwüstlichen Computerclubs, wo alte Männer an alten Computern sitzen und sich hauptsächlich mit sich selbst beschäftigen, und ein paar Verkaufsstände. Ach ja, die Bundeswehr war auch da. Cyber, Cyber.

Also nochmal ein halbe Runde in Halle 1. Ich habe ein Kartenset mit Bildern mitgenommen, von dem ich mir verspreche, es zur Inspiration und als "random element" in Brainstorming-Szenarien einsetzen zu können. Und für 3 Euro kann man mit einem Beutel voller Buchstaben nichts falsch machen, also habe ich den auch noch gekauft. Das war's dann aber auch.

Auf dem Weg zurück war die S-Bahn übrigens zwar gut gefüllt, aber nicht "Marke Ölsardine". Zumindest nicht bei uns im Wagen - ich hatte sogar einen Sitzplatz. Die Durchsage "Bitte verlassen Sie ..." kam aber auch so mehr als einmal.

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