Politik

Gewalt ist keine Lösung. Aber Schadenfreude ist (manchmal) erlaubt.

Auf Twitter macht ein Video die Runde: Ein Mann gibt auf offener Straße ein Interview, als plötzlich eine Gestalt im Kapuzenpullover heranstürmt und ihm ins Gesicht schlägt. Den Kommentatoren gefällt's und auch mir fällt es schwer, Mitleid mit dem Angegriffenen zu haben.

Der Empfänger des Faustschlags ist ein amerikanischer Neonazi namens Richard Spencer. Die verharmlosende Bezeichnung "Alt-Right" ist in diesem Fall unangebracht, denn dieser Herr denkt schon nicht mehr offen darüber nach ob die, wie er sie bezeichnet, "Schwarze Rasse" ausgelöscht werden müsse, sondern wie man das wohl am effektivsten machen könne.

Herr Spencer kann von Glück reden, dass er in den USA lebt, wo selbst solche Auswüchse noch unter die Redefreiheit fallen. In Deutschland hätte er schneller eine Klage wegen Volksverhetzung an der Backe als Björn Höcke "Denkmal der Schande" sagen kann.

Aber soll man nun, wie einige Kommentare nahelegen, jeden Tag einen Neonazi verhauen? Wohl kaum. Gewalt ist auch gegen solche Vertreter unserer sehr diversen Spezies keine Lösung, auch wenn es einem manchmal schwerfällt, friedlich zu bleiben. Um Gandhi zu zitieren: An eye for an eye only ends up making the whole world blind. So bitte nicht.

Aber als einmalige, Aufsehen erregende Aktion ist so ein Faustschlag schon sehr wirkungsvoll. Mir fällt ein ähnlicher Fall ein, in dem meine Sympathien dem Zuschlagenden und nicht dem Angegriffenen gelten: Buzz Aldrin stand einmal einem Herrn gegenüber, der die Mondlandung für einen Fake hält. Und dieser Herr setzte zu einer Schimpftirade an: You're a coward and a liar ... Weiter kam er nicht, denn da war dem guten Buzz der Geduldsfaden gerissen und er hatte ihm einen Faustschlag verpasst. Auch von diesem Moment gibt es ein Video.

Ich brauche nicht mehr solche Videos, aber ich schäme mich nicht dafür, dass ich in beiden Fällen hinter dem Zuschlagenden stehe.

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