Politik

So schnell kann's gehen - Eine Woche Präsident Trump

Falls nach der ersten Woche der Amtszeit des 45. US-Präsidenten immer noch jemand glaubt, "der meint das nicht so" oder "der mäßigt sich noch, wenn er erst mal im Amt ist": Nope.

Weder hat er sich direkt nach seiner Wahl gemäßigt, noch bei seiner Rede nach der Vereidigung, und schon gar nicht in seiner ersten Woche im Amt. Vielmehr sollte nun auch dem letzten klar geworden sein, dass er alles, was er im Wahlkampf gesagt hat, genau so auch gemeint hat. Und jetzt geht er auch direkt daran, es umzusetzen. Rücksichtslos geht er mit Executive Orders daran, all das wahr zu machen: Das "Erbe" seines Vorgängers zurückzudrehen (ACA, aka "Obamacare"), Wirtschaftsinteressen über alles andere zu stellen (KeystoneXL, DAPL), seinen Hass auf Muslime auszuleben ("MuslimBan") - aber nur, wenn seine eigenen Wirtschaftsinteressen dem nicht im Weg stehen. Ach ja, das ja auch: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern erfolgte die Trennung von seinem Geschäftsimperium nur halbherzig und seine Steuererklärung hat er auch nicht offen gelegt. Wo genau Mr. President sein Geld und seine Finger drin hat, weiß man nicht und wird man, wenn es nach ihm geht, auch nicht wissen. So ganz nebenbei hat er mit seiner fixen Idee, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen, ohne Not die Beziehungen zum Nachbarn im Süden auf einen Tiefpunkt gebracht.

Und über allem steht sein Ego. Da ist die Anzahl der Zuschauer bei der Amtseinführung so wichtig, dass sie sogar bei seinem Antrittsbesuch bei der CIA im Mittelpunkt steht, der Pressesprecher auf seiner ersten Pressekonferenz lügen muss und seine Beraterin von "Alternativen Fakten" fabuliert.

Erschreckend sind auch die Berichte über regelrechte "Säuberungsaktionen" in den Ämtern. Da werden Maulkörbe für ganze Institutionen verhängt und wichtige Mitarbeiter entlassen, ohne dass es Nachfolger gibt. So gehen Wissen und Gepflogenheiten verloren, auf lokaler wie auf internationaler Ebene.

Die Bilanz nach einer Woche kann nur als verheerend bezeichnet werden. Keine der vorgenommenen Aktionen bringt dabei irgend einen messbare Fortschritt. Die meisten sind von Rache, eigenen Wirtschaftsinteressen und Trump's Ego motiviert. Der Schaden, den Trump in einer Woche angerichtet hat, wird nach Ende seiner Amtszeit Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen, um wieder ausgeglichen zu werden.

Ein bisschen Gegenwind gibt es immerhin. Der Women's March hat - nachgewiesen - mehr Menschen angezogen als die Amtseinführung. Und die ACLU hat einen kleinen Teilerfolg gegen die Auswirkungen der Einreisesperre aus sieben Ländern erreicht (diejenigen mit gültigem Visa oder Green Card dürfen trotzdem einreisen).

Aber das ist zu wenig. Politiker wie Wirtschaftsgrößen, vor allem diejenigen, von denen man Gegenworte erwarten würde, äußern sich kaum und wenn, dann viel zu zurückhaltend. Worauf warten sie noch? Wie eingangs erwähnt: Trump macht jetzt genau das, was er die ganze Zeit über schon angekündigt hat. Der ändert sich nicht mehr. Jetzt ist der Zeitpunkt für uns alle, endlich dagegen anzugehen, mit Worten wie mit Taten.

(Foto: pixabay, CC0)

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